Manche Abschiede kommen leise. Am Samstag, den 6. Juni, öffnet sich mein Garten-Atelier ein letztes Mal für „Kunst im gARTen“. Ein Ort, der über die Jahre mehr war als nur ein Platz – er war Begegnung, Austausch, Stille, Lachen, Nachdenken. Ein Raum zwischen Blättern und Worten, zwischen Farben und Gedanken. An diesem besonderen Tag möchte ich noch einmal alles miteinander verweben, was diesen Garten ausgemacht hat: Kunst und Poesie. Ich werde mein neues Buch „Seelengarten“ vorstellen – ein sehr persönliches Werk, gewachsen aus genau diesem Ort, aus Momenten, die hier entstanden sind. Über die Jahre hinweg war dieser Garten auch eine Bühne für viele Künstlerinnen, Künstler, Handwerker und kreative Menschen – ob professionell oder aus Leidenschaft. Ich habe ihnen gerne Raum gegeben, ihre Werke zu zeigen, habe versucht, sichtbar zu machen, was sonst vielleicht im Verborgenen geblieben wäre. Viel Herzblut ist dabei auch in die Organisation und Bewerbung geflossen – in Gespräche, Einladungen, Zeitungsartikel. Manche sind gekommen, haben ausgestellt und sind wieder weitergezogen. Von einigen habe ich nie wieder etwas gehört. Vielleicht waren manche enttäuscht, weil sich der erhoffte Verkauf nicht eingestellt hat – etwas, das ich trotz aller Bemühungen nicht beeinflussen konnte. Warum es manchmal so ist, bleibt offen. Und doch war es mir immer ein Anliegen, diesen Raum zu öffnen – für Begegnung, für Ausdruck, für das Gemeinsame. Wie Spuren im Gras sind diese Momente geblieben – leise, flüchtig und doch da. Und vielleicht ist es genau dieses leise Nachklingen, das diesen letzten Abend tragen wird. Begleitet wird er von ausgewählten Weinen vom Weingut Müllner aus Jedenspeigen – und von Musik, die sich zwischen die Gedanken legt, verbindet und die Stimmung dieses besonderen Tages sanft umrahmt. Es ist kein lauter Abschied. Eher ein Innehalten. Ein bewusstes Wahrnehmen dessen, was war – und was bleibt. Mit dem kommenden Jahr beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt: Ich werde in Pension gehen. Gleichzeitig möchte ich mich anderen Projekten widmen, die viel Zeit und Aufmerksamkeit brauchen. Und ich spüre auch, dass mir heute nicht mehr dieselbe Kraft zur Verfügung steht wie in früheren Jahren. All das hat zu dieser Entscheidung geführt. Im Laufe des Jahres wird es noch einen Adventzauber geben, leise und stimmungsvoll, bei dem ebenfalls ein Buch seinen Platz finden wird. Die Details dazu teile ich bald mit euch. Bei den NÖ Tagen der offenen Ateliers werde ich heuer nicht dabei sein, da ich an diesem Wochenende ein familiäres Fest feiere. Und dann schließt sich ein Kreis: Ab dem kommenden Jahr wird mein Garten nicht mehr öffentlich zugänglich sein. Vielleicht ist genau das der richtige Moment, noch einmal zusammenzukommen. Noch einmal durchzuatmen, zu schauen, zu hören, zu fühlen. Ich würde mich sehr freuen, diesen letzten „Kunst im gARTen“-Tag mit euch zu teilen.
 Euer Lilia 

 
Ich lade dich herzlich ein!
zur Ausstellung
„Farbenreich – alle gleich & doch so anders “
In den letzten Monaten habe ich gemeinsam mit den Kindern der Volksschule Ebenthal ein Kunstprojekt entwickelt und umgesetzt. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Ideen, Farben und Ausdrucksformen dabei entstanden sind.
Gemeinsam sind wir der Frage nachgegangen, was uns einzigartig macht – und wie wir das künstlerisch zeigen können.
Dabei sind ganz persönliche, lebendige Werke entstanden, die die Vielfalt und Kreativität der Kinder widerspiegeln.
Jetzt möchten wir euch die Ergebnisse zeigen – und gemeinsam feiern!
Ich stelle natürlich auch meine eigenen Bilder aus und freue mich besonders, sie mit euch zu teilen.
 9. Juni
 16:00 Uhr (Vernissage)
 Volksschule Ebenthal, Schulplatz 1
Eintritt: freie Spende
Komm vorbei, schau dich um, lass dich inspirieren – ich würde mich wirklich sehr freuen, dich dort zu sehen!
Lilia 

 

Mein Garten ist mein Paradies 

 

Mein Garten ruht im Morgenlicht 
 wo Tau auf zarten Blüten bricht. 
 Die Rosen neigen still das Haupt, 
 vom Duft ist jede Luft durchhaucht. 


 Ein leiser Wind streicht durch das Grün, 
 die Zweige wispern, kaum zu sehn. 
 Am Teich, von Sonnenlicht durchflutet, 
 wird jede Stille goldvergütet. 


 Libellen tanzen, leicht wie Lieder, 
 ihr Funkeln spiegelt sich bald wieder. 
 Die Schwalben zieh’n mit frohem Schwung, 
 ihr Ruf klingt hell, ihr Flug ist jung. 


 Sie malen Bögen in das Blau – 
 so frei, so nah, so himmelrau. 
 Ich sitze still, von Licht umgeben, 
 und male Bilder – voller Leben. 


 Aus Farben, Träumen, Herz und Zeit 
 entsteht in mir Unendlichkeit. 
 Denn hier, wo Zeit fast still verfließt, 
 weiß ich: Mein Garten ist mein Paradies. 


Zwischen Rosen und Farbe 

 

Ich sitze im Garten, 

Pinsel in der Hand, 

Farbflecken auf den Fingern, 

Gedanken irgendwo 

zwischen Himmel und Teich. 

Die Rosen blühen, 

als hätten sie nichts anderes vor, 

als schön zu sein. 

Sie duften nach Erinnerung 

und Tagen ohne Zeit. 

Im Wasser spiegelt sich der Tag, 

ein Blatt treibt vorbei, 

still, wie eine Idee, 

die noch nicht weiß, 

was aus ihr wird. 

Ich male nicht, 

was ich sehe – ich male, 

was ich fühle, 

zwischen Blüten, Licht 

und dem leisen Plätschern 

von allem, was vergeht 

und doch bleibt. 

 Wenn ich male 

 

Wenn ich male, 

verschwindet die Welt ein Stück. 

Nicht ganz, aber genug, 

dass sie mich in Ruhe lässt. 

Ich sitze zwischen Rosen, 

die duften wie eine Erinnerung, 

an jemanden, 

den ich vielleicht nie ganz vergessen habe. 

Der Teich ist still heute. 

Nur das Wasser erzählt, 

von Wind, von Zeit, 

von Dingen, 

die weiterziehen. 

Ich halte meinen Pinsel 

wie einen Gedanken, 

den man nicht aussprechen kann. 

Aber malen – das geht. 

Farben wissen 

manchmal mehr als Worte. 

Sie sagen nichts, 

und sagen doch alles. 

Mein Garten urteilt nicht. 

Er fragt nicht. 

Er will nichts von mir. 

Er ist einfach da. 

Und ich bin es auch. 

Hier bin ich nicht produktiv. 

Hier bin ich echt. 

MOMENTE

Momente sind alles, was wir wirklich haben.

Dieses kurze Innehalten,

wenn jemand neben mir sitzt

und die Welt für einen Atemzug leiser wird.

Ich sammle diese Augenblicke,

auch wenn sie mir immer wieder durch die Finger gleiten.

Zeit ist kein Versprechen,

sie fragt nicht, ob wir bereit sind.

Wir leben nur einmal – morgen kann schon zu spät sein.

Ich will nicht mehr warten.

Nicht auf später, nicht auf irgendwann.

Ich will Pläne leben

und nicht nur von ihnen erzählen.

Momente mit Familie,

vertraute Stimmen,

Erinnerungen, die tragen,

auch wenn nicht alles leicht ist.

Momente mit Freunden,

mit Gesprächen,

mit Lachen,

aber auch mit Stille.

Momente, in denen man nichts erklären muss,

weil man sich verstanden fühlt.

Vielleicht liegt genau darin der Sinn des Lebens.

Nicht in großen Antworten,

nicht in fertigen Wahrheiten,

sondern in diesen kleinen, ehrlichen Augenblicken,

die das Herz berühren

und einen für einen Moment

ganz ankommen lassen.

Der Klatschmohn leuchtet im Sommer

wie ein gemalter Moment.

Zart und mutig zugleich,

geboren aus Licht und Wind.

Seine Farbe ist nur geliehen,

wie alles, was schön ist.

Ein Flimmern zwischen Bleiben und Gehen.

Jetzt ist Winter.

Die Felder sind still,

der Himmel trägt schweres Grau.

Ich male dieses Rot für dich,

gegen die Kälte der Tage,

gegen das Vergessen.

Als Erinnerung an Wärme,

an barfußes Lachen,

an langsame Abende im Licht.

An einen stillen Sommer,

der in uns weiterblüht.

 Ich male mir Hagebutten

in das fahle Licht des Winters.

Zarte, rote Kügelchen,

wie kleine, schlagende Herzen

an kahlen Dornenzweigen.

Sie leuchten leise

gegen das Schweigen der Kälte,

halten stand

zwischen Frost und Vergessen.

Der Wind zählt ihre Tage,

der Himmel ihre Nächte.

Und doch warten sie geduldig —

ein rotes Warten im Frost

für flatternde Seelen.

Ein begehrtes Mahl für Vögel,

wenn die Welt karg geworden ist,

wenn Hunger und Hoffnung

sich kaum noch unterscheiden.

Dann kommen sie,

mit zittrigen Flügeln

und müden Augen,

und pflücken den Winter

vom Strauch.

Und irgendwo in diesem Rot

atmet noch der Sommer,

leise,

wie eine Erinnerung,

die nicht gehen will. 

Es gibt morgen, wenn ich wach bin.

Der erste Kaffee steht warm in meinen Händen,

und mit ihm kommen tausend Ideen,

alle gleichzeitig, alle ungeduldig.

Sie drängen, reden durcheinander,

ziehen mich in verschiedene Richtungen.

Ich will etwas machen, irgendetwas,

aber der Anfang versteckt sich.

Draußen ist alles grau in grau.

Der Himmel hält den Atem an,

die Straßen wirken müde,

als hätten sie die Nacht nicht ganz losgelassen.

Etwas Melancholisches liegt in der Luft,

nicht schwer, eher weich,

wie ein leiser Schatten im Inneren.

Ich möchte ein Bild malen.

Nicht um etwas zu erklären,

sondern um etwas zu fühlen.

Farben suchen sich ihren Weg,

auch wenn ich noch nicht weiß, wohin.

Kreativ sein heißt heute,

dieses Zögern auszuhalten

und trotzdem den ersten Strich zu setzen.

Spuren im Schnee.

Nicht geplant,

nicht bedeutend,

nur entstanden

durch das Gehen.

Sie wissen nichts von mir,

und doch erzählen sie,

dass ich hier war,

für einen Augenblick

zwischen Fallen und Vergehen.

Der Schnee nimmt sie geduldig auf,

ohne Fragen,

ohne Urteil.

Er bewahrt sie nicht,

er erlaubt sie.

Bald wird neues Weiß

über sie hinweggehen,

sanft,

wie ein letzter Gedanke.

Und vielleicht ist das genug:

dass etwas da war,

auch wenn es verschwindet.

Ich gehe durch Räume,

in denen Bilder atmen.

Farben sprechen leiser als Menschen,

aber sie sagen mehr.

Ein Pinselstrich hält inne,

als hätte er mich erwartet.

Ich lerne stehen zu bleiben,

nicht zu erklären.

Kunst ist kein Ziel,

sie ist ein Zustand:

offen, verletzlich, wach.

Zwischen Leinwand und Blick

entsteht etwas Drittes,

etwas, das nicht mir gehört

und doch durch mich hindurch will.

Ich male nicht, um zu zeigen,

sondern um zu hören.

Ausstellungen sind Schulen des Sehens.

Fremde Gedanken hängen an Wänden,

und ich nehme sie mit

wie Staub an den Händen,

wie Licht im Inneren.

Wenn ich zurückkehre,

ist das Weiß der Leinwand

kein Schweigen mehr,

sondern eine Einladung. 

 

WEIHNACHTEN

Weihnachten ist nicht für alle ein Fest aus Licht und Tannenduft, 

nicht für alle schmeckt es nach süßen Gewürzen und Vorfreude. 

Für manche liegt eine Schwere darin, leise und unsichtbar, 

getragen hinter einem Lächeln. 

Während andere die Tage bis Weihnachten zählen, 

zählen manche die Jahre seit einem Abschied, 

der nie gelernt hat, weniger weh zu tun. 

Leere Stühle flüstern ihre Geschichten, 

und je stiller die Abende werden, 

desto lauter werden die Erinnerungen. 

Es gibt Menschen, die warten nicht auf Geschenke, 

sondern auf Nachrichten,

auf Befunde, 

auf ein Wort, das Hoffnung bringt oder Gewissheit nimmt. 

Und es gibt jene, die ihre Tränen still mitzählen, 

während draußen „Stille Nacht“ erklingt 

und Frieden gespielt wird. 

Nicht jeder kann zu Weihnachten lächeln, 

nicht jeder spürt Wärme, 

selbst wenn Kerzen brennen und Lichter funkeln. 

Bevor man also sagt, 

Weihnachten sei die schönste Zeit des Jahres, 

wäre es vielleicht gut, kurz stehen zu bleiben. 

Nicht zu urteilen, nicht zu vergleichen, 

sondern eine einfache, ehrliche Frage zu stellen: 

Wie geht es dir? 

Denn Weihnachten kann umarmen, 

ja – aber es kann auch drücken, 

genau dort, wo es ohnehin schon schmerzt. 

Besonders für jene, 

die allein sind, krank sind, Sorgen tragen 

oder jemanden vermissen, den man nicht ersetzen kann. 

Wenn wir langsamer gehen und den Blick heben, 

sehen wir vielleicht, 

dass ganz in unserer Nähe jemand diese Wärme braucht. 

Ein Wort, ein Zuhören, ein Dableiben ohne große Gesten. 

Nicht jeder Christbaum leuchtet, 

nicht jedes Fenster ist hell, 

und nicht jedes Herz lacht. 

Manchmal ist der größte Trost an Weihnachten nicht das Fest, 

sondern das leise Gefühl, nicht vergessen zu sein. 

 HEIMKOMMEN

…heimkommen, wenn der Tag schwer auf den Schultern liegt…

und plötzlich wird alles weich.

Das warme Leuchten der Kerzen,

das leise Flimmern von Gold und Glas,

die stillen Sterne, die sich in allem spiegeln.

Zwischen vertrauten Dingen atmet der Raum tiefer,

als würde er sagen: Jetzt darfst du loslassen.

Advent – dieses sanfte Innehalten,

wo Müdigkeit keinen Lärm macht

und die Nähe der Familie

wie ein stilles Versprechen im Hintergrund steht.

Ein Tisch, der nach Zuhause aussieht.

Ein Licht, das nicht nur den Raum wärmt,

sondern auch das Herz ein Stück zurückholt.

Und ich sitze da,

Fast durchsichtig vor Müdigkeit,

und lasse mich in diese sanfte Melancholie sinken. 

Adventzauber im Garten-Atelier

Im Garten-Atelier liegt

ein sanfter Glanz über allem,

als hätte die Luft

ein Lächeln angenommen.

Zwischen den Tannenzweigen

flimmern kleine Lichter,

wach und neugierig,

bereit, den Abend zu feiern.

Der Teich ruht still

und trägt das Leuchten der Laternen

wie ein kostbares Geheimnis,

das er nur in dieser Nacht kennt.

Dann beginnen die Kinder,

ihre Weihnachtslieder zu singen—

hell, klar, voller Freude.

Ihre Stimmen steigen leicht

wie funkelnde Schneeflocken,

die den Garten füllen

mit einem Gefühl von Ankommen,

von Wärme,

von unbeschwerter Adventsfreude.

Der Abend senkt sich,

weich und freundlich.

Das Licht wird tiefer,

doch die Stimmung heller.

Und es bleibt ein Leuchten zurück—

in den Augen der Kinder,

in den Schritten der Gäste,

in jedem Atemzug,

der diese Nacht begleitet.

Ein Adventszauber,

der einfach Freude schenkt.

Ein stilles, warmes Wunder,

das den Garten erfüllt

und die Herzen hell macht.

DER, DER BLEIBT 

Er geht nicht fort,

wenn alle Wege schweigen.

Er bleibt,

wenn selbst das Licht sich neigt.

Kein Glanz umgibt ihn,

kein Ruf, kein Zeichen –

nur dieses sanfte Wissen:

Ich bin behütet,

auch wenn ich es vergesse.

Er spricht in Wind und Regen,

in Blättern, die im Herbst vergehen.

Und in den kleinen Dingen,

die mich plötzlich lächeln lassen,

ohne Grund,

ohne Ziel.

Manchmal,

wenn ich denke, ich bin allein,

legt sich etwas Leichtes in mein Herz –

ein Atem,

ein Gedanke,

ein Frieden,

den ich mir nicht erklären kann.

Vielleicht ist er das.

Der, der bleibt,

wenn alle Schatten ziehen.

Der, der mich still erinnert:

Es gibt Wege,

die man nicht sieht,

aber sie führen immer heim.

MEIN LEISER ENGEL 

Mein Engel sitzt nicht hoch am Himmel,

er sitzt dort, wo ich ihn brauche:

auf einer Stufe meines Alltags,

nah genug,

um mein Atmen zu spüren.

Er lehnt das Gesicht in die Hände,

als nehme er meine Sorgen

behutsam zwischen seine Finger,

damit sie leichter werden.

Manchmal schließt er die Augen,

so weich,

als würde er mir still sagen:

Ich bin hier. Atme nur.

Zwei kleine Wesen sitzen neben ihm –

sanfte Schatten aus Wärme und Vertrauen.

Sie wachen mit halbgeschlossenen Augen,

als wüssten sie,

was ich selbst noch nicht aussprechen kann.

Mein Engel braucht keine großen Gesten.

Er ist in dem violetten Pulli,

der mich an Geborgenheit erinnert,

in der geduldigen Stille,

die mich umfängt wie ein warmer Schal,

im feinen Faden Licht,

der sich ganz leise

zu meinem Herzen hinüberlegt.

Manchmal glaube ich,

er lächelt darüber,

wie sehr ich mich anstrenge,

und wie oft ich vergesse,

dass ich begleitet bin.

Doch er bleibt,

ruhig, sanft,

ein stiller Atemzug neben mir.

Und immer dann,

wenn ich mich ein wenig kleiner fühle

als die Welt,

legt er mir seine Präsenz

wie eine Feder auf die Schulter

und erinnert mich daran,

dass ich getragen werde.

Brief an einen Engel!

Mein lieber Engel,

ich weiß, du bist da –

auch wenn meine Augen dich nicht sehen können.

Manchmal fühle ich dich nur in einem leisen Hauch,

in einem Moment, der plötzlich warm wird,

obwohl um mich herum alles still ist.

Wenn Zweifel in mir laut werden,

spüre ich dein Flüstern –

eine Stimme ohne Worte,

die mir sagt: „Hab keine Angst.“

Du trägst mich, wenn meine Schritte schwer sind.

Du umarmst mich mit Licht,

wenn die Schatten zu nah kommen.

Ich danke dir für die Ruhe,

die du in mein Herz legst,

für den Mut, den du mir schenkst,

und für das Vertrauen, das du mir gibst,

dass ich nie allein bin.

Bleib bei mir,

still und unsichtbar,

so wie immer –

mein Beschützer aus Licht.

Und manchmal, wenn ich in den Himmel schaue,

spüre ich eine andere Nähe –

so zart, dass sie fast weh tut.

Dann weiß ich,

dass du das Gesicht meiner Oma trägst,

die dort oben weiter über mich wacht.

Ihr Lächeln, längst im Licht geborgen,

streift mein Herz wie eine Erinnerung aus Wärme.

Sie ist mein Engel,

mein Schutz im Unsichtbaren,

und in jeder Stille flüstert sie mir zu,

dass ich weitergehen darf 

behütet, geliebt

und niemals allein.